Kellerei Chanton, Kantonsstrasse 70, 3930 Visp
Telefon 027 946 21 53, Fax 027 946 21 47, weine@chanton.ch

Etwas spezielles ausdrücken

Marlis und Josef-Marie Chanton und ihre "Pinot-Artisan-Reihe"

"Ein spezieller Wein verdient eine spezielle Etikette" - dies eine Ansicht, welche in der Kellerei Chanton in Visp seit Jahren schon verwirklicht wird. Und was man hier unter einer "speziellen Etikette" versteht? Die Antwort auf diese Frage liefert die Reihe "Pinot-Artisan": alle zwei Jahre wird ein junger und einheimischer Kunstschaffender mit der Schaffung einer Etikette beauftragt. Vor kurzem konnte die Kellerei Chanton ihre vierte "Vinissage" feiern. Andreas Henzen war es, der die neuste "Artisan-Etikette" kreierte. Vor ihm waren es Bernd Kniel, Anne Perret sowie Walter Eigenheer, die "dem speziellen Wein einen speziellen Stempel aufdrückten".

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"Wie interpretiert eine Künstlerin oder ein Künstler den Wein?", so lautet der Auftrag für jene Kunstschaffenden, die für die "Pinot-Artisan-Reihe" angefragt und verpflichtet werden. Gegeben seien bloss die Flasche sowie die Grösse der Etikette, der Rest sei Sache des Künstlers oder der Künstlerin, erklärt uns Marlis Chanton und fährt fort: "Gefragt ist künstlerisches Umsetzen von Eindrücken, nicht einfach grafisches Gestalten." Was heisst, dass sich Künstler oder Künstlerin intensiv mit Weinbau auseinandersetzen muss. "Dazu gehören zum Beispiel der Besuch eines Weinbergs, regelmässige Diskussionen über das Projekt. Uns geht es mit dieser Etikette auch darum, Kontakte mit Kunstschaffenden zu pflegen", erläutert Marlis Chanton. Was mit der Künstler-Etikette eigentlich bezweckt werden, dies eine weitere Frage. "Kommerzielle Ziele sind es nicht, die wir hier verfolgen. Mit dieser Reihe wollen wir junge, einheimische Kunstschaffende unterstützen. Es geht uns also nicht darum, mit einem "grossen Namen" auftrumpfen zu wollen. Da wir unsere Produkte in der ganzen Schweiz vertreiben, wird damit auch der Name eines Kunstschaffenden bekannt gemacht, bleibt der eine oder andere Namen eines Künstlers vielleicht irgendwo hängen", erläutert Marlis Chanton.

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Wer sich auf diese Art mit Kunst einlässt, muss zu jener Sorte von Menschen gehören, deren Interesse für Kunst alles andere als durchschnittlich ist. Was bei den Chantons denn auch der Fall ist. "Künstlerisches Interesse ist eigentlich schon Bedingung dazu, um eine Kunst-Etikette-Reihe, wie jene des "Pinot-Artisan" auf die Beine zu stellen und über Jahre hinweg zu führen. So verfolge ich aufmerksam die Walliser und Schweizer Kunstszene, kann auch im Ausland kaum an einer Galerie vorbeigehen, ohne einen Blick hineingeworfen zu haben", berichtet Marlis Chanton. Diese intensive Auseinandersetzung mit Kunst erlaubt ihr denn auch eine sorgfältige Auswahl für Kunstschaffende, die mit der Gestaltung einer Etikette beauftragt werden. Denn es verlangt hier Qualität, Halbherzigkeiten sind hier fehl am Platz, wie die Kunstliebhaberin festhält: "Wichtig ist mir zudem, dass das Schaffen eines Künstlers oder einer Künstlerin über einen Zeitraum hinweg beobachten kann und dabei einen Prozess feststellen kann". Muss es denn stets ein Kunstmaler sein, der "Wein in Kunst umsetzt?" Dazu Marlis Chanton: "Nein, auch Bildhauer können hier zum Zuge kommen, mit Bernd Kniel oder Walter Eigenheer waren es zudem auch nicht Maler, die unsere Etikette gestalteten. Hauptsache ist und bleibt, dass jemand mit seiner Kunst etwas Spezielles ausdrückt."

Walliser Bote - 02.11.2005
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Aufgeschaltet am 2. November 2005
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