Kellerei Chanton, Kantonsstrasse 70, 3930 Visp
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Gütesiegel für den

"Grain Noble Confidentiel" vergibt die Labels für Spätlese-Weine

Visp. - Vor rund drei Jahren fanden sich 27 Weinproduzenten aus dem Kanton Wallis zusammen, um der - auch im Rhonetal zunehmend populären - Spätlese Tribut zu zollen: Unter der Bezeichnung "Grain Noble Confidentiel" wird dabei auserwählten Weinen ein Gütesiegel verliehen. In diesem Jahr konnten auch Josef-Marie Chanton und sein Sohn Mario für zwei 1997er Ausgaben ihres Heida Gletscherweins dieses Label entgegennehmen.

Bei der sogenannten Spätlese verbleiben die Trauben länger als bei der Normalernte an der Rebe und werden erst in den Monaten November oder Dezember geerntet. Bedingt durch die Reifung verdunstet das Wasser aus den Beeren, so dass eine höhere Konzentration von Zucker und Säure eintritt. Trauben, die beispielsweise bei der normalen Ernte um die 100 Öchsle aufweisen, erreichen auf diese Weise zwischen 130 bis 170 Öchslegrade. Die Einlagerung der Weine erfolgt schliesslich in Eichenfässern, sogenannten "Barriques" zu jeweils 225 Litern. Durch die Spätlese behält der Wein seinen süssen Geschmack - in diesem Fall spricht man von einer "natürlichen Restsüsse". Gemäss Aussagen von Weinproduzent Josef-Marie Chanton entstanden die "grössten Weine der Welt" nach diesem Verfahren, welches auch in östlichen Ländern wie Ungarn häufig angewandt wird. Interessant sind Weine aus der Spätlese aber auch für die Lagerung, da sie selbst nach Jahrzehnten nichts von ihrem Gehalt verlieren. Im Wallis konzentriert sich die Arbeit mit der Spätlese (auch "Edelfäulnis" genannt) bislang noch auf weisse Rebsorten; Josef-Marie Chanton schliesst aber nicht aus, dass bald auch Rotweine - vor allem Pinot - folgen könnten.

Mindestens 130 Öchslegrade…

Um das begehrte Label zu erhalten, müssen die Weine der Kandidaten zehn Punkte erfüllen, die in der Charta der "Grain Noble Confidentiel" festgehalten sind. So werden unter anderem nur Weine zugelassen, die den besten Lagen entstammen, deren Reben fünfzehn Jahre oder älter sind und die mindestens 130 Öchslegrade aufweisen. Weine mit künstlich erzeugter Konzentration sind ebenfalls von der Auszeichnung ausgeschlossen. "Der Wein sollte ein natürliches Produkt bleiben, auch wenn dabei immer ein gewisses Risiko für die jeweilige Ernte besteht", wie sich Weinproduzent Josef-Marie Chanton ausdrückt. Anfänglich waren die Rebsorten zudem auf Arvine, Ermitage, Johannisberg, Malvoisie und Amigne beschränkt. Erst auf Drängen von Josef-Marie Chanton und nach einigen Kostproben eines früheren "Gletscherweins" liessen sich die 26 Mittel- und Unterwalliser Kollegen von der einzigen Oberwalliser Vertretung innerhalb der Vereinigung von der Aufnahme des Heida überzeugen. Ein Entscheid, der sich - wie die aktuelle Auszeichnung der beiden edlen Tropfen aus der Kellerei Chanton beweist - sicherlich gelohnt hat.

Junge Generation von Weinproduzenten

Mit seinem ersten selbstgemachten Wein war an der diesjährigen "Grain Noble Confidentiel" auch der 23jährige Jungproduzent Mario Chanton mit von der Partie. Getreu dem Motto "Wenn der Vater mit dem Sohne..." hatten Josef-Marie und Mario Chanton aus demselben Traubengut jeweils einen eigenen "Gletscherwein" hergestellt - und beide trafen mit ihrem jeweiligen Produkt ins Schwarze! Und obwohl beide Weine das Gütesiegel für sich in Anspruch nehmen konnten, sei der Wein noch Nachfolger Mario doch ein wenig besser beim Publikum angekommen, zumal sein Wein durch die differenzierte Kelterung einen Hauch süsser sei. Eine neue Generation der Weinproduzenten ist somit aus den Startlöchern heraus und ist mehr als gewillt, in der Weinwirtschaft ein Wörtchen mitzureden. Nachdem Mario Chanton seine Winzerlehre sowie diverse Praktikas in Kalifornien und Neuseeland absolviert hat, will er nun im väterlichen Betrieb weitere Erfahrung sammeln, jedoch auch eigene Wege gehen. Und eine erste Richtung ist nach diesem Starterfolg natürlich schon jetzt definiert...

Walliser Bote
fom


Aufgeschaltet am 7. Mai 1999
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